Die chinesische Nachtigall

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Nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen

Was soll ein chinesischer Kaiser machen, wenn er sich langweilt? Er schaut zur Abwechslung einmal in ein Buch und zu seinem großen Schrecken muß er feststellen, daß in dem Buch etwas steht, was es einmal gar nicht gibt, und was er andererseits gar nicht kennt und noch viel schlimmer, das, was er nicht kennt und das, was es nicht gibt, soll das Beste in seinem Kaiserreich sein.

Und so bekommt der Minister des Inneren den Auftrag, das Beste im Kaiserreich, nämlich einen Vogel namens Nachtigall, ausfindig zu machen und dem Kaiser vorzustellen. Eine schier unmögliche Aufgabe, aber ein kleines Küchenmädchen kennt die Nachtigall und arrangiert ein Treffen, bei dem die Nachtigall überredet wird, am Hofe mit den Sängerinnen der Pekingoper zu singen. Sie singt so schön, daß der Kaiser sie behält und ihr 12 Diener und ein goldenes Kissen gibt; natürlich auch ein goldenes Band um den Fuß.

Pause

Doch eines Tages ändert sich alles, denn eine japanische Gesandtschaft bringt als Geschenk einen Kunstvogel, vor dem die Nachtigall flieht. Der Kaiser, die Höflinge und das Volk sind von dem Kunstvogel begeistert, denn nun kann man auf einfache Weise unterhalten werden. Leider geht jede Mechanik einmal kaputt, vor allem dann, wenn man es nicht erwartet. So auch die Kunstnachtigall, gerade als der Kaiser ein wenig krank ist und Trost braucht. Weder die Ärzte noch der Mechaniker können den Kunstvogel heilen, und der Kaiser wird ernstlich krank. Als der Tod an seinem Bett steht, um ihn abzuholen, kommt die kleine graue Nachtigall aus dem Wald und singt so schön, daß der Tod dem Kaiser nochmals eine Lebenschance gibt und geht. Plötzlich kann auch der Kaiser die Sprache der Nachtigall verstehen, wenn sie ihm von den Sorgen und Nöten der kleinen Leute erzählt.