L'Enfant et les Sortilges Das Kind und der Zauberspuk

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L'enfant et les sortilges (Das Kind und der Zauberspuk) von Maurice Ravel Nach einem Text von Colette sollte Maurice Ravel eine Tanzoper schreiben. Colette hatte sich mit dem Text (teilweise als Gedicht) sehr viel Mühe gegeben, Ravel aber ließ die Sache, trotz Vorauszahlung, über 5 Jahre liegen, obwohl er das Konzept, wie er behauptete, fertig hatte. Etwas Druck von Seiten der Auftraggeber brachte dann doch die Vollendung, und das Werk wurde 1925 in Paris uraufgeführt. 1. Akt Ein Kind will seine Aufgaben nicht machen, lieber die Mutter und die Tiere ärgern, nur noch Kuchen essen und spazieren gehen. Die Ermahnungen der Mutter lösen eine noch stärkere Widerborstigkeit aus. Dabei wird die Katze am Schwanz gezogen, das Eichhörnchen mit der Feder gestochen, die Tapete mit den Hirten und Schafen zerrissen, der Pendel der Wanduhr abgerissen und das Märchenbuch zerrissen. Alle Gegenstände verschwören sich gegen das Kind. Sessel und Stuhl geben keinen Platz mehr, Teekanne und Tasse bedienen nicht mehr, die Uhr gibt keine Zeit mehr, das Feuer wärmt nicht mehr, Hirten und Schafe beklagen ihr " zerrissenes" Dasein, die Prinzessin aus dem zerfetzten Märchenbuch wird vom bösen Zauberer entfürt und die Rechenaufgaben tanzen einen Alptraum 2. Akt Die friedliche Stimmung des Gartens wird zerstöt, als das Kind ihn betritt. Bäume, Libelle, Fledermaus und Eichhörnchen, das dem Frosch gute Ratschläge gibt, das Kind so schnell wie möglich zu fliehen, erzählen ihre Geschichte. Bald erkennt auch das Kind , daß es nur Unrechtes getan hat und verbindet, als im allgemeinen Geraufe das Eichhörnchen verletzt wird, diesem das Vorderpfötchen. Alle Tiere erkennen nun, daß das Kind gut ist (bon enfant) und geleiten es nach Hause. Mit dem Ruf nach der Mutter endet der "Zauberspuk". Da es noch keine deutsche Fassung gibt, haben wir der Originalmusik deutsche Kurzübersetzungen eingeblendet, damit auch nicht französische-sprechende Zuschauer dem Geschehen leichter folgen können. Es handelt sich nicht um wörtliche Übersetzungen, wie aus dem vorliegenden Text ersichtlich ist, denn es mußte immer in die Pausen gesprochen werden, damit der Zusammenhang der Musik nicht zerstört wird. Das Stück wurde erstmals 1985 in Wieloch aufgeführt und gehört seit dem zum festen Programm. Es wurde mehrfach in Heidelberg und Umgebung, in Frankfurt, in Dreieich und 3 mal im deutschen Pavillion auf der Weltsausstellung in Sevilla gespielt.